Wohnen im Kühlschrank – die Wärmepumpe gibt auf!

Nach fast einer Woche mit Problemen in der Heizungsanlage (Vaillaint Luft-Wasser Wärmepumpe) heizt es nun endlich wieder. Hier im Rückblick was genau passierte. Bei Fragen dazu, einfach einen Kommentar posten…

2.2.2012 – Donnerstag am Abend

  • mehrmals Abschaltung der WP mit Fehler 83 “Kältemitteldruck zu gering”
  • zusätzlich zeigt das Manometer im Solekreis 0.2-0.3 bar Druck an was eindeutig zu wenig ist, normalweise sind hier 1.7-2bar angesagt.
  • mehrmaliger Neustart der WP bringt keine Besserung, wie die WP neu zu starten ist, habe wir im vergangenen Sommer schon ausreichend geübt.
  • manuelle Umschaltung auf elektrische Zusatzheizung ohne WP Kompressor, lt. Display heizt die ZH

3.2.2012 – Freitag am Morgen

  • die Raumtemperatur im Haus ist über Nacht auf 19.8 Grad gesunken, der Warmwasserspeicher hat lediglich eine Temp. von 28°C und wird scheinbar nicht mehr aufgeheizt. Was zur Hölle ist mit der elektrischen Zusatzheizung los? Die 6KW Heizpatrone sollte locker die Wärmeversorgung übernehmen können, dazu ist das Teil ja da.
  • die Vorlauftemperatur im Heizkreis ist mal 22 mal 23 °C, damit heizt man natürlich kein Haus auf. Zieltemp. ist normalerweise so um die 40 °C (je nach Heizkurve und Außentemperatur)
  • Bauleiter Herrn Kober informiert und dieser wiederum informiert den Heizungsanlagenbauer (ELM Bau) bzw. den Herstelle Vaillant
  • Vaillent will wohl nun vorbeischauen und die Anlage prüfen
  • zusätzlich erfahren wir noch, dass sich in der Nachbarschafft eine WP komplett verabschiedet hat und die anderen ebenfalls mit Fehlercode 83 (siehe oben) abgeschaltet haben.

Die Sinnhaftigkeit der Abschaltung der gesamten WP bei zu niedrigen Temperaturen und unzureichenden Druck im WP Kreis
ist mir nicht klar. Sollte die Software in solchen Fällen nicht einfach auf Elektroheizung umschalten und den ganzen anderem Kram außer Betrieb setzen?

Im Laufe des Nachmittags ist in unserer Umgebung der Vaillant Techniker am Arbeiten und klappert fast alle Nachbarn ab. Nach unserem Nachbarn sind wir dann auch an der Reihe und ich erkläre kurz das Problem inkl. fehlendem Soledruck. Die überraschenden Gegenfragen des Technikers sind: “Haben Sie vielleicht einen Kompressor?” “Haben Sie vielleicht etwas Soleflüssigkeit?”. Meine Frage lautet: Bin ich der Heizungsfachmann oder Sie? Der Vaillant Kollege scheint mir nur Suboptimal für Reparatureinsätze ausgerüstet. Demnächst fragt mich warscheinlich meine KFZ Werkstatt auch ob ich noch einen Satz Bremsscheiben rumliegen habe bzw. meinen Spezialschlüssel für den Zylinderkopf mitbringen kann. Leute gibts!  Mir bleibt da irgendwie die Spucke weg.
Schlußendlich macht der Techniker nicht viel mehr als einige Paramter in der Elektronik zu ändern und sich mit dem Hinweis zu verabschieden, dass die Zusatzheizung jetzt wieder arbeiten würde, was ich ja an dem Display der WP sehen kann. Auf das Problem mit dem Solekreis ist er nicht wirklich eingegangen und der Hinweis, dass die Elektronik ja vielleicht anzeigt dass die Zusatzheizung läuft und vielleicht die Heizpatrone kaputt ist, geht er nicht wirklich ein. Wie sollte er auch – er ist ja der Fachmann und kann sich ja wohl nix von mir sagen lassen. Epic Fail – dieser Techniker!

In den folgenden Stunden beobachte ich die Vorlauftemperatur der Heizkreises, allerdings tut sich hier nicht viel mehr als 20-22 Grad.
Nach weniger als 3 Stunden schaltet sich die WP wieder mit Fehlercode 83 ab und bringt nun auch eine Meldung “Soledruck niedrig”. Ach nee!? Also Neustart der Anlage , dass kann ich inzwischen richtig gut.
So hangeln wir uns bis spät in die Nacht durch ohne einen merklichen Erfolgt.

4.2. 2012 – Samstag
Wie erwartet hat sich die WP irgendwann nachts wieder mit Fehlercode 83 abgeschaltet. Also Kompressor raus und Umschaltung auf Zusatzheizung + Neustart. Es funktionier nicht wirklich und so probieren wir am Tag immer mal wieder die eine oder andere Einstellung aus und reseten fleißig unsere WP. Die Temperaturen im Haus pendeln sich bei 19 Grad ein. So ein Scheiss.

5.2. 2012 – Sonntag
Wie 4.2. Neustart der Anlage, Heizversuch, Abschaltung und wieder und wieder. Inzwischen haben wir unseren E-Herd auf 250° mit geöffneter Klappe laufen um die Raumtemp. bei 19 Grad zu stabilisieren ansonsten wären wohl niedrigere Temperaturen im Haus angesagt.

Zwischenzeitlich erzählen uns unsere Nachbarn, dass die Firma Vaillant wohl massiv Probleme den WPs hat und im Umkreis mehr als 80 davon ausgestiegen sind. Ich glaube mich zu erinnern, dass auf der Vaillant Website irgendwas von Markenqualität und “wollige Wärme” für die Kunden stand. Anscheinend aber gilt dies nur für Gasheizungen .

Hier nur einige Zitate von der Website…(http://www.vaillant.de/Produkte/Waermepumpe/)

“Mit intelligenter Wärmepumpentechnik von Vaillant nutzen…”  In Anbetracht Schaltlogik unserer WP (Totalabschaltungen) schätze ich den Intelligenzquotienen unserer WP auf den einer Erdnuss.

..” die geoTHERM plus VWL S mit integriertem 175-l-Warmwasser-Edelstahlspeicher. Sie verbindet Effizienz, Komfort und höchste Betriebssicherheit auch bei extremer Kälte.”  Extreme Kälte ist genau das was wir zur Zeit haben, -20° C Außentemperatur. Effizient ist die WP sicherlich – spart ne Menge Strom, wenn sie sich total abschaltet. Komfort und Betriebsicherheit möchte ich anzweifeln.

Ach so: der Bauleiter ist nicht zu erreichen und auch am Notfall Telefon geht keiner ran.

6.2.2012 Montag
Wieder in Kontakt mit unserem Bauleiter mache ich mir erst mal Luft und teile ihm auch gleich noch potentielle Fehlerquellen mit. Vielleicht sollte ich für die Vorqualifizierung der HS-Bau oder Vaillant eine Rechnung stellen. Es wird sich wohl nun der Elektriker auf den Weg machen und nochmal prüfen. Später erhalte ich über unseren Bauleiter die Information: Elektriker war vor Ort
und irgendeine Sicherung wurde getauscht. Wie sich später herausstellt war das glatt gelogen: der hinterlegte Schlüssel lag immer noch an der gleichen Stelle, die ZH funktioniert immer noch nicht… inzwischen pegelt sich die Temperatur bei 17.5 ° ein. Erneut mehrmalige Abschaltung.

In der Nacht schicke ich noch eine SMS an Bauleiter und Heizungsfirma mit der Bitte um Rückruf. An der inzwischen bekannten Notrufnummer geht keiner ran. Ein Blick in die WP bringt eigentlich nix neues, mit Hilfe der Doku kann ich die Sicherungen finden und die scheinen alle ok.
7.2.2012 Dienstag
Am folgenden Tag erscheint nun doch einmal jemand von der Heizungsfirma und der Druck im Solekreis wird wiederhergestellt. 1.8-2.0 bar – sehr schön, das hätte wir auch schon am Freitag haben können!
In Anbetracht der Außentemperaturen ist allerdings schnell klar, dass der Kompressor die Heizung nicht allein erledigen kann. Nur leider funktioniert die Zusatzheizung immer noch nicht. ES IST ZUM SCHREIEN!

7.3.2012 Mittwoch
Nachdem ich unseren Bauleiter 8:00 nicht erreichen kann, rufe ich die ELMBAU – Abteilung Heizung/Sanitär an und beschreibe erneut das Problem mit der ZH und äußere meine Vermutung zum 100sten Mal, dass wohl die Heizpatron defekt ist oder kein Strom anliegt. Außerdem sollte sich die ELM Bau mal überlegen, ob Sie uns einen Elektroheizer hinstellt, damit wir uns nicht den Arsch abfrieren. Den Rest der Konversation möchte ich hier nicht weiter darlegen.
Ich höre erneut ausflüchte bzw. Softwareversion, Fehler in der Vaillant Steuerung, neue Steuermodule und bla bla bla…
Auf jedenfall fährt wohl noch einmal der Elektriker raus. Vielleicht sollte ich ihm mal einen Schlüssel für unser Haus machen lassen. Mir scheint wir treffen uns in der Zukunft noch oft.

Am Nachmittag (nach Rückfrage) meldet sich die ELM BAU und teilt mit, dass ein Übertemperatursensor an der Zusatzheizung ausgelöst hatte und deshalb die ZH nicht funktionierte. Nun soll sie wohl laufen und fleissig unsere
Wohnung aufheizen. In der Tat; am Abend ist es schon mal 20° warm und die Pumpe läuft.

Schlussendlich hat es fast 1 Woche gedauert um einen Druckverlust im Solekreis auszugleichen und einen Bi-Metall-Überhitzungsschutz wieder einzuschalten. Reife Leistung der Fachkräfte – zu solchen Mitarbeitern kann ich nur gratulieren!

Das einzig positive an der ganzen Sache ist: jetzt kenne ich den Schaltplan, die Dokumentation einschließlich aller Parameter sowie die WP in- und auswendig.

An Vaillant hier noch einige Verbesserungsvorschläge:

  • Übearbeitet eure Software und last sie nicht erst beim Kunden reifen
  • Stellt sicher, dass eure “Schrottsoftware” nicht falsche Tatsachen anzeigt. Wenn die Zusatzheizung nicht funktioniert, dann zeigt es auch auf dem Display an. Das Ansprechen des Überhitzungsschutzes war nirgends zu sehen. Stattdessen zeigt die Steuerung an: Zusatzheizung läuft. Prüft doch einfach über einen Temp. Sensor oder über einen Sensor der den Stromfluss der Heizpatrone misst, was im Inneren der WP wirklich ab geht
  • Ein Warnton bei Notabschaltung wäre nicht schlecht, denn man quittieren kann. Anonsten muss man(n) oder frau immer in den Keller rennen und nachschauen ob die WP noch läuft.
  • Prüft die Sinnhaftigkeit der Notabschaltung inkl Abschaltung der Zusatzheizung. Sofern die vorliegenden Sensordaten es erlauben (Druck im Heizkreislauf) sollte es doch möglich sein automatisch auf e-Heizung umzuschalten.
Inzwischen habe ich eine manuelle Erfassung der Heizungsanlagendaten begonnen um bei erneuten Störungen die Geschichte zu dokumentieren. Link dazu folgt.
0.3 bar Druck im Solekreis – damit ist die WP nicht mehr in der Lage Wärme von draußen zu gewinnen.
Kompressor und ZH sind nicht in der Lage die Vorlauftemperatur auf die 40° zu bringen. Mit ca 20° Vorlauf wird da nix mehr warm. Wie auch wenn die ZH nicht wirklich läuft. Lt. Display ist sie an (senkrechter grauer Pfeil) allerdings gibt es keine Wärme und die 6KW Heizleistung der e-Heizung sind am Stromzähler auch nicht zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 


the attachments to this post:


0.3 bar Druck im Solekreis


22° Vorlauftemperatur trotz Kompressor und Zusatzheizung


vorlauftemperatur_down_18grad


Zusatzheizung an – die Elektronik lügt! Traue nie deinem Display.


druck_wärmequelle_im_keller


vorlauf_temp_down


4 Comments to “Wohnen im Kühlschrank – die Wärmepumpe gibt auf!”

  1. Hajo says:

    Hallo,

    Baufirma, Bauleiter, Heizung, Wärmepumpenprobleme und Notruftelefon außer Funktion kennen wir bestens. Den Werkskundendienst jedoch nicht. Der hat sich schlicht geweigert, bei uns vorbeizukommen. Schließlich könne er eh´nichts ausrichten, da die vwl wohl ein generelles Softwarproblem habe. Ein Anruf beim Hersteller war auch ernüchternd. Die “Hasentruppe” hatte kein Verständnis für mein “kaltes” Problem. Klar doch, schließlich kann ja niemand verlangen, dass eine Heizung auf tatsächlich heizt. Hauptsache, die Sch… hat einen Design-Preis (red dot desing award) erhalten.
    Und zur Notabschaltung bei Quelltemperaturen (Austritt Sole) von -25°C ist zu sagen, dass es zwingend eine Notumschaltung auf Heizstab geben muss. Oder soll ich in Zukunft auf meinen Winterurlaub verzichten, um bei extremer Kälte neben meiner Heizung zu wachen?
    Ach ja, mein Nachbar hat ein Exemplar, welches nicht Testsieger war, keine Design-Preis erhielt und auch nicht so überschwenglich beworben wird. Der lacht mich aber trotzdem aus, denn die Pumpe läuft und läuft und läuft…

  2. Andreas says:

    Da können wir ja froh sein, dass das Bauamt in unserem Baugebiet (Elbhangblick) diese Anlage nicht genehmigen wollte. Die KHD wollte sie zwar unbedingt bauen aber wir haben dann doch die Reißleine gezogen.
    Bei uns steht jetzt eine Anlage von Lüuhmel mit Flächenkollektor. Diese hat das Haus auch an diesen kalten brav gewärmt. Der Einsatz der ZH war nicht erforderlich. Diese wird bei der Anlage von Hand zugeschaltet.
    Die Qualifikation einiger Elektriker der Elm-Bau scheint nicht so der Hit zu sein. Aber sie haben gelernt Kabel im Nähstil an der Außenfassade zu verlegen. Sieht richtig toll aus. Und während der Bauphase beschädigte Kabel werden dann auch kurz vor der Dämmung noch mal über die Fassade neu verlegt!!
    Wie sieht es eigentlich mit den Arbeiten an der Dachterrasse aus? Die Firma Mann hat sich bei uns bisher nicht mit Ruhm bekleckert!!

  3. Jose says:

    @Hajo: Also wir haben das gleiche Problem wie hier beschrieben wurde. Und nun zu deiner Frage: ja, du mußt in Zukunft auf deinen Winterurlaub verzichten! Auf nämlich genau diese Frage hatte der Vaillant-Techniker, welcher bei Minusgraden vergeblich versucht hatte unsere WP wieder in Betrieb zu setzen, geantwortet, dass wir die WP bei solchen Temperaturen “niemals alleine lassen dürften”… Olé! *freu* Viele Grüße 🙂 P.S. Einmal und nie wieder Vaillant!

  4. hajo says:

    Hallo Jose,

    die dumme Antwort bekamen wir auch zu hören. Ist jedoch eine Ausrede. Lediglich die Außeneinheit ist im Einlassbereich vom Schnee freizuhalten. Ansonsten muss die Anlage eigenständig arbeiten. Sie muss sowohl bei grenzwertigen Soletemperaturen von unter -25°C als auch bei Fehlermeldungen automatisch auf den Heizstab umstellen.
    Tut sie das nicht, erfüllt sie nicht ihre vertraglichen Eigenschaften und ist auf Kosten der Baufirma mängelfrei zu stellen oder auszutauschen. Was Vaillant erzählt, ist uns gleich. Die haben lediglich Garantieleistungen zu erbringen.
    Wir werden die Baufirma nunmehr entsprechend in Verzug setzen.
    Gruß Hajo

    PS: In unserem Bereich sind dutzende Neu-Anlagen unserer Baufirma in den letzten kalten Wochen ausgestiegen. Das scheint ein hausgemachtes Problem des Herstellers zu sein, was die Baufirma nun ausbaden muss. Na dann prost Mahlzeit.

Leave a Reply