Vaillant Wärmepumpen – Wir testen alternative Einstellungen

Nachdem uns vor zwei Wochen wieder mal der Fehler “81 Kältemitteldruck zu hoch” ereilt hat und die WP sich abgeschaltet hatte, habe ich noch einmal einige Stunden für Recherchen dazu aufgewendet. Dazu gibt es bereits viele viele Threads im “www.haustechnikdialog.de”. Beunruhigend ist, dass es zu diesem Thema bereits Diskussionsbeiträge seit 2008/2009 gibt und ähnliche Probleme auch manchmal bei anderen Herstellern (dann natürlich mit anderen Fehlercodes) berichtet werden. Betrachtet man die Diskussionen im Forum scheinen sich zwei Hauptursachen dafür zu finden:

1.) Nach erfolgter Warmwasserbereitung läuft der Kompressor noch nach und die Heizungssteuerung schaltet ein Magnetventil von Warmwasserbereitung auf den Heizkreis um. In dieser Zeit wie gesagt läuft der Kompressor noch nach und drückt während der Umschaltung gegen das Magnetventil. Ein sehr schneller Anstieg des Druckes ist die Folge und es erfolgt die Notabschaltung. So richtig kann ich diese Aussage nicht nachvollziehen, da meiner meiner Meinung nach das Umschalten des Magnetventils relativ schnell erfolgen sollte. “Bastler” im Forum haben dann Relais mit Schaltverzögerung eingebaut, was aber in unserem Fall GWährleistung/Garantiezeit sowieso nicht in Frage kommt. Aber wie gesagt, es gibt Leute die kämpfen seit Jahren mit solchen PRoblemen und Not macht bekanntlich erfinderisch.

2.) Für mich weiteraus besser verständlich ist folgende Ursachen: Nach Abschluss der Warmwasserbereitung schaltet das Magnetventil auf den Heizkreis um und der nachlaufende Kompressor will noch Restwärme an den HK abgeben. Sind die Räume zu diesem Zeitpunkt bereits auf die an den Raumthermostaten eingestellte Temperatur aufgeheizt und damit die Heizkreisventile in den Etagenverteilern geschlossen, dann kann die WP die Restwärme nicht mehr abgeben. Der Druck steigt und es kommt zu den bekannte Fehlern 28 bzw. 81 mit Notabschaltung.  Insbesondere kann diese Situation auch auftreten, wenn die Sonneneinstrahlung die Räume bereits auf Zieltemperatur heizt. Bisher war nun (wie in eine älteren Artikel bereits beschrieben) die von Vaillant benannte Lösung mehrere Heizkreise ständig offen zu halten, sprich die Raumtemperaturregler auf das Maximum zu stellen. 

Wir haben diesen Versuch unternommen und in beiden Bädern die Raumthermostate auf Max. gestellt. Der Fehler 81 trat dann zwar weniger oft auf, ließ sich aber nicht vollständig beseitigen. Die unangenehme Nebenwirkung war: wir waren Besitzer zweier Saunen und die Temperaturen in den Bäder war unerträglich. Wir haben danach dann auch noch die RT im Wohnzimmer auf max. gestellt, aber relativ schnell begriffen, dass dies nicht die Lösung sein kann. 24° und mehr im Wohnzimmer sind nicht empfehlenswert, mal ganz abgesehen von der verschwendeten Energie. Subjektiv hatte ich den Eindruck die WP lief mit diesen Einstellungen nun häufiger an.

Im o.g. Forum gab es nun einige interessante Beiträge die Raumtemperaturregler vollkommen aus dem Regelkreis zu entfernen, sprich auf Maximum zu stellen und stattdessen die optimale Raumtemperatur über die Heizkurve und die WP Einstellung “Raumtemperatur” einzustellen. Ein wesentliches Argument dazu war eigentlich folgendes: Die RT Regler sollen die Temperatur im jeweiligen Raum steuern in dem sie den Heizkreis öffnen und schließen. Allerdings macht dies wohl bei einer Fussbodenheizung wenig Sinn, da diese Heizung extrem Träge reagiert. In dem Moment, wo das RT den Heizkreis abregelt gibt die Fussbodenheizung und der Estrich noch eine ganze Zeit Energie ab.

Seit einer Woche experimentieren wir nun mit folgenden Einstellungen:

  • Alle RT auf das Maximum eingestellt
  • Raumsolltemperatur an der WP auf 21°C eingestellt, vorher waren 24° eingestellt.
  • Heizkurve auf 0,2 eingesellt und nicht mehr auf 0,3.
  • Heizbetriebsmodus von 0-24 Uhr auf Eco (Absenkbetrieb) eingestellt. Damit erfolgt in der Zeit zwischen 23 und 4 Uhr ein Absenken der Temp. auf mininmal 17 Grad. Da wie gesagt die Fussbodenheizung sehr träge reagiert und der Estrich/die Fliesen noch Stunden Wärme abgeben können, sollte diese Einstellung auch nicht zu einem zu großen Abkühlen der Räume führen.
  • Warmwasser wird nun auch von Montag bis Freitag nur noch früh von 4-6 aufgeheizt und am Abend von 17-19 Uhr. Damit sollte zu die Duschzeiten genug Warmwasser vorhanden sein. Am Wochenende gibt es 4-6, 13-15 und 17-19 Uhr erlaubte Heizzeiten für Warmwasser. 
  • Die maximale Temperatur für Warmwasser wurde auf 47° eingestellt, die minimale Temperatur auf 37°C. Wichtig scheint mir hier die maximale Temperatur zu sein. Wenn diese zu hoch eingestellt ist und E-Zusatzheizung aktivier ist, schaltet die ZH oft zu. Eine maximale Temp. von 47° erreicht die WP auch nur mit dem Kompressor und benötigt die ZH nicht.

Bisher (seit mehr als einer Woche) haben wir den Fehler 28 als auch de Fehler 81 nicht mehr gesehen. Kein einziger Eintrag im Fehlerprotokoll der Wärmepumpe. Die Raumtemperaturen haben sich bei um die21- 22 Grad eingepegelt. 

In den kommenden Tage werde ich noch die Kompressorzeiten, Vorlauftemperaturen und den Stromverbrauch registrieren. Mal sehen, wie sich diese Daten im Vergleich verändert haben. Interessant wäre noch die Einstellung für die Laufzeit und Leistung der Pumpen, Momentan sind alle Pumpen mit 100% eingestellt, vielleicht läßt sich hier auch noch etwas optimieren.


One Comment to “Vaillant Wärmepumpen – Wir testen alternative Einstellungen”

  1. hajo says:

    Das Absenken in der Nacht habe ich deaktiviert.
    Hier gehen zwar die Meinungen auseinander. Jedoch wird die überwiegende Auffassung vertreten, dass das anschließende Hochheizen des doch sehr trägen Estrichs mehr Energie verbraucht, als in der Absenkzeit eingespart wurde. Darüber hinaus sind die Tarife am Tag teurer als in der Nacht und eine Absenkung dürftet Ihr aufgrund eurer guten Dämmung gar nicht spüren.
    Im übrigen haben wir die besten Erfahrungen bei einer Raumsolltemperatur von 21°C und einer Heizkurve von 0,25. Die Raumthermostate der beiden Bäder sind dabei auf Maximum gestellt.

    Gruß Hajo

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